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Dreitausend Meter über dem Meeresspiegel und
1500 oberhalb der tosenden Wasser des Apurimac liegt Choquequirao
auf einem Bergsattel der Andenkette. Umringt von spektakulären
schneebedeckten Gipfeln und umgeben von dichtbewaldeten steilen
Berghängen ist diese Ruinenstadt ein wunderbares Beispiel für
ein Heiligtum der Inka Elite, gewidmet der Verehrung der Berggötter,
des Flusses und der Elemente der Natur.
Man hat Choquequirao “Machu Picchus Heilige
Schwester” genannt, weil es eine frappierende Ähnlichkeit
in Anlage und ritueller Bauweise mit seinem berühmten Gegenstück
oberhalb der Urubamba Schlucht aufweist. Doch es bleibt ein rätselhafter
Ort, über dessen Geschichte man nur Vermutungen anstellen kann.
Einer der Theorien zufolge wäre es als eine königliche
Wohnanlage für den Herrscher Topa Inca errichtet worden, vielleicht
um seines Vaters prächtigen Palast Machu Picchu in den Schatten
zu stellen.
Jahrhundertelang lag Choquequirao im Dunkel des Vergessens, geschützt
durch seine Abgelegenheit. Anders als bei Machu Picchu wusste man
schon lange von seiner Existenz.
Es wurde zum ersten Mal in einem spanischen Dokument im Jahre 1710
erwähnt, später von verschiedenen Forschern und Schatzsuchern
aufgesucht, im 19. Jahrhundert von Leonce Angrand, dem französischen
Konsul in Lima, etwas systematischer durchsucht, bis endlich im
Jahre 1909 der unermüdliche Hiram Bingham kam, um die ganze
Stätte gründlich zu erforschen und kartographisch zu erfassen.
Heutzutage können wir unser Trekking nach Choquequirau an
einer modernen Fussgängerbrücke über den Apurimac
beginnen. Die Tour selbst ist so respektheischend wie eh und je
– sie führt durch eine erstaunliche Anzahl von Vegetationszonen,
von landwirtschaftlich genutzten Andenhochtälern hinunter in
eine heisse kahle Schlucht mit Kapokbäumen, Kakteen und Agaven,
dann wieder hinauf in eine Gegend mit üppigem Nebelwald bis
unter die schwindelerregenden Schneekuppen der Vilcabamba Kordillere.
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